Zuckerersatz für Diabetiker

Zuckerersatz für Diabetiker – Zuckeraustauschstoffe sind eine gute Alternative besonders bei Diabetes

Zuckerersatz für Diabetiker ist besonders wichtig. Denn die Bedeutung einer zuckerarmen Ernährung ist gerade für uns Diabetiker sehr groß. Insgesamt geht es für uns Diabetiker darum, eine gute Ernährung hinzukriegen, die vor allem richtig gut schmeckt. Die richtige Ernährung ist außerdem ziemlich wichtig, wenn du deinen Diabetes Typ 2 heilen möchtest.

Für mich gehört allerdings auch mal ein schönes süßes Dessert dazu oder eine Null-Zucker-Limonade als spritziger, fruchtiger Durstlöscher. Und gerade bei Getränken kann man als Diabetiker jede Menge Zucker und damit auch Kalorien einsparen. Ohne am Geschmack große Abstriche machen zu müssen.

Wie also bringe ich das am besten unter einen Hut? Dabei helfen mir die Süßungsmittel, oft auch als Zuckerersatzstoffe bezeichnet. Sie werden in Süßstoffe und in Zuckeraustauschstoffe unterschieden.

Süßungsmittel sind unterteilt in Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe

Neben Süßstoffen, die ich hier ausführlich und mit meinem Lieblings-Dessert-Rezept beschrieben habe, gehören auch Zuckeraustauschstoffe zu den Varianten, die du trotz Diabetes gut einsetzen kannst.

Zuckeraustauschstoffe sind oft als direkter Ersatz für den Haushaltszucker in Rezepten besser einsetzbar als die Süßstoffe. Denn sie haben mehr Volumen als Süßstoffe und können deshalb einfacher in Rezepten, vor allem in Backrezepten, den Zucker ersetzen.

Zuckeraustauschstoffe haben, anders als Süßstoffe, eine geringere Süßkraft als Haushaltszucker (Ausnahme ist hier Xylit, das süßt etwas stärker als Zucker). Außerdem sind sie, mit Ausnahme von Erythrit, nicht kalorienfrei. Sie haben etwa die Hälfte der Kalorien von Zucker. Süßstoffe sind dagegen vollständig kalorienfrei.

Zuckeraustauschstoffe nicht in großen Mengen verzehren

Anders als bei Süßstoffen spielt bei Zuckeraustauschstoffen die tägliche Menge eine größere Rolle. Denn einige Zuckeraustauschstoffe wirken bei höheren Mengen abführend. Da ich generell Süßes als etwas Besonderes betrachte und keine großen Portionen davon esse, habe ich davon allerdings nichts mitbekommen.

Mir hat es außerdem immer geholfen, beim Ausprobieren darauf zu achten, häufiger den Blutzucker zu messen. Denn jeder ist einzigartig und deshalb solltest du am Anfang selbst messen, wie ein Zuckeraustauschstoff bei dir funktioniert und welche Auswirkungen das auf deinen Blutzucker hat. Tipps zum Blutzuckermessen habe ich dir in meinem E-Book zusammengestellt. Du kannst es dir hier herunterladen. Kostet dich keinen Cent. Und meinen Newsletter gibt’s auch gratis dazu.

Selbst ausprobieren, was zu dir am besten passt

Wichtig ist, dass du selbst ausprobierst, welche Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe du vom Geschmack her magst und welche du am besten verträgst. Und natürlich, was zu deinen Lieblingsrezepten am besten passt. Die meisten Zuckeraustauschstoffe haben kleine, eigene Geschmackseigenschaften.

Beispiel Xylit

Ein gutes Beispiel ist das Xylit, das auf der Zunge einen kühlenden Eindruck hinterlässt, ähnlich wie etwa Menthol. Deshalb wird es gerne in Kaugummis verwendet. Es soll angeblich auch karieshemmende Wirkung haben, das ist aber nicht wirklich sicher bewiesen.

Xylit ist als Birkenzucker bekannt, weil es in der Rinde von Birken vorkommt. Es wird aber nicht aus Birken gewonnen, sondern oft aus Restprodukten aus der Landwirtschaft. Meistens aus Maisspindeln, das ist das, was übrigbleibt, wenn du den Maiskolben abgenagt hast.

Birkenzucker, also Xylit, gibt es auch unter dem Markennamen Xucker. Allerdings tut es für mich der Birkenzucker aus dem Discounter genauso gut wie das Markenprodukt.

Meine Erfahrungen mit Zuckeraustauschstoffen

Für mich selbst nutze ich am meisten eigentlich Xylit oder Erythrit. Xylit lässt sich gut zum Backen einsetzen, ich kann damit die im Rezept angegebene Zuckermenge eins zu eins ersetzen. Das funktioniert aber nicht mit Hefeteig, der ein wenig Kristallzucker benötigt, damit die Hefen den Teig aufgehen lassen können.

Zuckeraustauschstoffe werden durch die EU für den Einsatz in Lebensmitteln freigegeben. Aktuell sind acht Zuckeraustauschstoffe in der EU zugelassen. Diese habe ich dir weiter unten mit ihren jeweiligen Eigenschaften zusammengestellt. Damit kannst du leichter herausfinden, was für dich infrage kommt. Denn schließlich geht es ja darum, einen guten, süßen Geschmack zu bekommen ohne die mit Zucker verbundenen großen Nachteile.

Die drei beliebtesten Zuckeraustauschstoffe für Diabetiker

Für uns Diabetiker spielen vor allem drei Zuckeraustauschstoffe eine große Rolle. Das sind Erythrit, Xylit und Maltit. Diese sind im Supermarkt, beim Discounter oder im Reformhaus problemlos erhältlich. Erythrit und Xylit werden etwa beim Aldi unter der Marke „Süssli“ geführt, so wie auch deren Süßstoffprodukte, wie zum Beispiel die Süßstofftabletten.

Gibts auch beim Discounter: Reines Xylit oder Erythrit, hier unter der Marke Süssli von Aldi

Mit diesen drei Zuckeraustauschstoffen kannst du eigentlich jedes zuckerhaltige Rezept ohne Zucker zubereiten. Am Anfang muss man ein wenig experimentieren. Aber ich hatte den Bogen ziemlich schnell raus.

Geschmacklich habe ich bei den genannten drei Sorten keine großen Veränderungen gegenüber Zucker bemerkt. Es ist nicht so, dass man den Zuckeraustauschstoff in einem Gericht oder einem Kuchen herausschmeckt. Denn es geht ja oft eher um kleine Mengen. Erythrit hat beispielsweise keinen Eigengeschmack. Xylit bringt einen „kühlenden“ Effekt auf die Zunge, das kann man prima in selbstgemachter Eiscreme oder Sorbets nutzen.

Die zugelassenen Zuckeraustauschstoffe im Überblick

Sieben der acht zugelassenen Zuckeraustauschstoffe sind Zuckeralkohole. Einzige Ausnahme ist Polyglycitolsirup (E 964). Sie müssen in der EU in Lebensmitteln deklariert werden und haben E-Nummern zugewiesen bekommen. In der Tabelle unten findest du den üblichen Namen, den vollständigen Namen und die zugehörige E-Nummer.

Tabelle aller Zuckeraustauschstoffe

(Erythritol, E 968) Erythrit findet sich in Pilzen, Pistazien und bestimmten Früchten, wie etwa Erdbeeren. Es hat eine recht hohe Süßkraft (etwa 70% der Süßkraft von Zucker). Erythrit kann vom menschlichen Organismus nicht verwertet werden. Es hat folglich keine Kalorien, ist geruchsneutral und gilt als gut verträglich. Erythrit liefert keine Energie, deshalb hat es keine Auswirkungen auf die Insulinproduktion und verändert den Blutzuckerspiegel nicht. Außerdem ist es wärmestabil und verklumpt nicht, da es kein Wasser zieht.

(Xylitol E 967) Xylit kommt ebenfalls in der Natur vor, es ist beispielsweise in der Birkenrinde enthalten. Deshalb wird es oft als Birkenzucker bezeichnet. Allerdings wird Xylit nicht aus Birkenrinde gewonnen, sondern aus Restprodukten der Landwirtschaft. In geringen Mengen ist Xylit auch in Himbeeren, Erdbeeren und Pflaumen enthalten. Es kommt auch in Gemüsesorten wie Blumenkohl vor. Im menschlichen Körper wird Xylit beim Abbau von Kohlehydraten erzeugt. Es hat eine fast identische Süßkraft wie Zucker, wird im Körper aber mit deutlich weniger Insulin verwertet. Außerdem liefert es nur 40% der Energie von normalem Zucker (2,4 Kalorien pro Gramm Xylit). Es sollte nicht mit künstlichen Süßstoffen kombiniert werden, weil es dann weniger gut verträglich ist.

(Maltitol E 965) Auch Maltit ist ein Zuckeralkohol. Es ist geschmacksneutral und hat ähnlich wie Erythrit eine recht hohe Süßkraft (60% bis 70% der Süßkraft von Zucker). Es liefert wie Xylit rund 2,4 Kalorien pro Gramm. In reiner Form wird es ohne Insulin verwertet. Es sollte zurückhaltender als Erythrit verwendet werden, da es in größeren Mengen (mehr als 30g) abführend wirkt. Es ist geschmacksneutral.

(Sorbitol E 420) Sorbit ist in vielen Früchten enthalten. Früher wurde es meistens aus den Früchten der Eberesche gewonnen. Birnen und Pflaumen enthalten relativ viel Sorbit. Sorbit süsst etwa halb so stark wie Zucker. Es wird zudem häufig als Feuchthaltemittel in verarbeiteten Lebensmitteln eingesetzt. Sorbit sollte man sehr zurückhaltend verwenden, da es in höheren Dosierungen abführend wirkt.

(Mannitol E 421) Der Name Mannit leitet sich ab vom süßen Saft der Manna-Esche. Mannit findet sich in der Natur auch in Olivenbäumen und Feigen. Es wird im menschlichen Körper nicht verstoffwechselt, hat aber auch keine besonders hohe Süßkraft. Für den Hausgebrauch in deiner Diabetes-Küche sind Erythrit oder Xylit besser geeignet. Es findet größere Verwendung im therapeutischen Einsatz, etwa in der Prävention gegen Nierenversagen.

(Isomalt E 953) Isomalt kann in seiner kristallinen Form Haushaltszucker eins zu eins ersetzen. Es ist sehr beliebt zur Herstellung essbarer, süßer Dekorationen, etwa bei Konditoren und Patissiers. Es schmeckt ähnlich wie Zucker, hat aber nur eine halb so starke Süßkraft. Es wird ebenfalls mit 2,4 Kalorien pro Gramm angerechnet.

(Lactitol E 966) Lactit kommt in der Natur nicht vor und wird chemisch hergestellt. Es findet in der Diabetesküche eigentlich keine Anwendung und ist eher ein Industrieprodukt.

Polyglycitolsirup (E 964). Wie der Name schon sagt kommt Polyglycitolsirup in flüssiger Form als Sirup daher. Er ist deshalb in der Lebensmittelindustrie beliebt, besonders bei der Herstellung von Speiseeis und Süßwaren.

Diabetes Typ 2 heilen

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Titelfoto von Mae Mu von Unsplash

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