Vitamine bei Diabetes worauf du achten solltest

Vitamine bei Diabetes – Zwei Vitamine, auf die du besonders achten solltest

Vitamine bei Diabetes sind oft ein leidenschaftlich diskutiertes Thema. Denn es gibt immer wieder Bedenkenträger, die zum Beispiel gegen die zusätzliche Einnahme von Vitaminen sind.

Aber ich finde, jeder kann ja selbst entscheiden, was er tun oder lassen will. Da mische ich mich nicht ein.

Da ich jedoch Diabetes habe, muss ich einfach hier mit diesem Artikel mal klarstellen, worauf du unbedingt bei deiner Vitaminversorgung achten solltest, wenn du ebenfalls ein Sweetie bist, also Diabetes hast.

Grundlagen: Vitamine bei Diabetes

Die meisten Vitamine kann dein Körper nicht selbst herstellen. Dein Vitaminspiegel im Blut wird deshalb vor allem durch deine Ernährung bestimmt. Wenn du, wie in meinem 4-Säulen-Modell zusammengestellt, deinen Diabetes Typ 2 heilen möchtest, ist dein entsprechend gutes und vor allem gut schmeckendes Essen Teil deines Heilungsprozesses.

Das bedeutet unter anderem eher wenig Kohlenhydrate, mehr Gemüse und mehr Proteine, also Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Eier und Milchprodukte wie Joghurt oder Skyr. Dazu gesundes Obst, vor allem Beeren, Ballaststoffe und Nüsse.

Mit dieser Ernährung sorgst du automatisch dafür, dass du genügend sogenannte Mikronährstoffe zu dir nimmst. Vitamine gehören zu den Mikronährstoffen.

Mikronährstoffe benötigst du, wie der Name schon sagt, nur in sehr kleinen bis winzigen Mengen. Neben den Vitaminen sind das auch Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und sekundäre Pflanzenstoffe.

Allerdings solltest du darauf achten, dein Essen nicht totzukochen. Denn einige Vitamine sind hitzeempfindlich und gehen durch zu langes braten oder kochen teilweise verloren. Je frischer und knackiger, desto besser für deinen Körper. Hier gibts mehr Infos zum Thema Ernährung bei Diabetes.

Welche Vitamine bei Diabetes häufig fehlen

Diese grundsätzlich gute Versorgung mit Mikronährstoffen kann jedoch besonders bei Diabetes nicht ausreichend sein. Zwei lebenswichtige Vitamine sind häufig bei Diabetes, vor allem bei Diabetes Typ 2, nicht ausreichend im Blut vorhanden. Das sind Vitamin B12 und Vitamin D.

Vitamin B12 bei Diabetes

Das Problem für uns Diabetikerinnen und Diabetiker liegt dabei aber nicht in der Nahrungsaufnahme. Meistens bekommen wir bei einer proteinreichen Ernährung ausreichend Vitamin B12 in unseren Körper hinein. Das Problem liegt in der Medikation.

Das Problem ist Metformin

Denn das Standardpräparat Metformin zur Senkung deines Blutzuckerspiegels ist ein „Vitamin B12-Räuber“. Metformin behindert deutlich die Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarm. Dadurch entsteht ein über die Zeit immer größer werdender Vitamin B12 Mangel.

Je länger die Therapie mit Metformin andauert und je höher die tägliche Metformin Dosis ist, desto stärker macht sich der Mangel an Vitamin B12 im Körper bemerkbar.

In einer Metastudie aus dem Jahr 2019 haben Forscher ermittelt, dass Patienten, die mit Metformin behandelt werden, ein dreimal höheres Risiko einer gravierenden Unterversorgung mit Vitamin B12 haben.

Der Vitamin B12 Mangel führt zu richtigen Problemen. So kann er zum Beispiel Symptome einer Nervenschädigung auslösen. Nervenschäden bei Diabetes können zu schweren Organschäden führen.

Sogar ein diabetischer Fuß kann durch Nervenschäden ausgelöst werden. Denn wenn du aufgrund des Vitamin B 12 Mangels geschädigte Nerven hast, fehlt unter Umständen die Schmerzwahrnehmung an deinen Füßen.

Ebenfalls problematisch sind Magensäureblocker

Das gleiche Problem entsteht noch durch eine andere Medikamentengruppe. Das sind die Magensäureblocker, von den Fachleuten „Protonenpumpenhemmer“ bzw. „Protonenpumpeninhibitoren“ genannt.

Dazu gehören Tabletten, deren Markennamen oft mit „prazol“ enden, wie etwa Pantoprazol oder Omeprazol.

Diese und ähnliche Medikamente vermindern die Produktion der Magensäure (Salzsäure). Dadurch kann nicht mehr genügend Vitamin B12 aus der Nahrung herausgelöst werden.

Es gibt zum Thema „Magensäureblocker“ sowieso inzwischen eine heftige Diskussion. Denn diese werden viel zu häufig und viel zu lange eingenommen.

Besser ist es, die dahinterstehenden Magenprobleme zu lösen. Genauso wie beim Diabetes Typ 2, wo meistens viel zu schnell Medikamente verordnet werden, anstatt den Diabetes zu heilen.

Der erste Schritt: Vitaminspiegel im Blut untersuchen lassen

Da du ja, wie ich, sicher auch mindestens einmal im Quartal bei deinem Diabetologen zu Gast sein darfst, kannst du ihn bitten, deinen Vitaminspiegel im Blut untersuchen zu lassen.

Dabei geht es vor allem um B12 und Vitamin D. Das ist, siehe oben, umso wichtiger, je länger du schon Diabetes hast und Metformin einnimmst.

Wie bekommst du trotzdem ausreichend Vitamin B12

Eine Metformin-Behandlung ist eigentlich eine sehr sichere und gute Therapie. Wenn du deinen Diabetes Typ 2 weniger als sechs Jahre hast, kannst du ihn allerdings ziemlich sicher heilen. Dadurch kannst du wieder komplett auf zuckersenkende Medikamente verzichten. Das ist einfach die beste Lösung für dich. Damit vermeidest du viele Probleme.

Alternativ kannst du einen Vitamin B12 Mangel durch eine entsprechende Ernährung oder durch die Einnahme von geeigneten Vitaminpräparaten dauerhaft verhindern. Allerdings ist nicht jedes Vitamin B12-Präparat dazu geeignet. Hier sage ich dir genau, was du tun kannst.

Vitamin B12 – Nicht in Gemüse oder Obst zu finden

Vitamin B12 kann nur von Mikroorganismen hergestellt werden. Das bedeutet, das es in Gemüse oder Obst nicht in einer auch nur annähernd ausreichenden Menge vorhanden sein kann. Zwar gibt es immer mal wieder dubiose Artikel über angeblich stark Vitamin B12 haltige Gemüsesorten (Sanddorn war so ein Beispiel). Das hat sich jedoch jedes Mal als heiße Luft erwiesen.

Es gab auch mal den Tipp, ungewaschenes Wurzelgemüse wie Karotten zu verzehren, weil darin viel Vitamin B12 enthalten sein soll. Auch das war jedoch Quatsch.

Nur die anhaftende Erde mit den darin enthaltenen Mikroorganismen brachte minimale Mengen von Vitamin B12 mit. Da kannst du auch gleich ein paar Löffel Erde essen. Dazu kann ich aber nun überhaupt nicht raten 😉.

Vitamin B12 über die Ernährung aufnehmen

Es ist nicht einfach, genügend Vitamin B12 über die Ernährung aufzunehmen. Denn Vitamin B12 findet sich in ausreichenden Mengen vor allem in Innereien (Hühnerleber, Kalbsleber, Rinderleber oder Leberwurst zum Beispiel).

Viele Menschen mögen inzwischen keine Innereien mehr. Diese Gerichte stehen also häufig gar nicht mehr auf dem Speiseplan. Meeresfrüchte wie Muscheln oder Fisch enthalten, ebenso wie Eier, eine nennenswerte Menge Vitamin B12.

Du kannst ausprobieren, ob du es mit Ernährung alleine schaffst, einen Mangel an Vitamin B12 auszugleichen. Hol dir meinen Newsletter, dann bekommst du kostenfreien Zugang zu meinem Mitgliederbereich mit Ernährungsplänen und Rezepten für eine gesunde Diabetesküche. Der Newsletter kostet dich natürlich ebenfalls keinen Cent.

Vitamin B12 als Tabletten

Die sicherste Möglichkeit, einen Vitamin B12 Mangel zu verhindern oder einen bestehenden Mangel abzustellen ist die Einnahme von entsprechenden, hoch dosierten Tabletten. Leider sind die meisten Vitaminpräparate viel zu niedrig dosiert. Das nützt dir gar nichts.

Diese unnützen Präparate oder Vitaminzusätze, die in der Regel als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet werden, gehen meistens ohne Wirkung direkt ins Klo.

Für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 benötigst du Tabletten, die eine Vitamin B12 Dosierung von mindestens 800 Einheiten Vitamin B12 enthalten. Durch die Einnahme als Tabletten besteht keine Gefahr einer Überdosierung.

Das zweite wichtige Vitamin bei Diabetes ist Vitamin D

Vitamin D wird auch das „Sonnenvitamin“ genannt. Denn Vitamin D kann der Körper in der Haut durch Sonneneinstrahlung selbst herstellen. Das sollte eigentlich für 70% des benötigten Vitamin D reichen. Die restlichen 30% sollten durch eine gesunde Ernährung sichergestellt werden.

Allerdings gilt Deutschland generell als Vitamin D Mangelgebiet. Zusätzlich behindern Sonnenschutzcremes, die zu Recht als UV-Schutz aufgetragen werden, die Herstellung von ausreichend viel Vitamin D. Besonders ausgeprägt ist der Vitamin D Mangel in den Monaten Oktober bis April.

Warum Vitamin D bei Diabetes

Es ist bekannt, dass Menschen mit Diabetes einen Vitamin D Mangel haben. Die Meinungen über die Ursache dieses Mangels besonders bei Diabetikern ist noch nicht eindeutig geklärt.

Manchmal wird behauptet, dass ein Vitamin D Mangel eine der Ursachen eines Diabetes sein könnte. Allerdings finde ich die Studienlage hierzu bislang nicht wirklich überzeugend. Ein klarer Zusammenhang konnte jedenfalls noch nicht nachgewiesen werden.

Dennoch solltest du darauf achten, eine richtig gute Vitamin D Versorgung sicherzustellen. Schließlich ist dieses Vitamin wichtig, um etwa vorzeitige Herz-Kreislaufprobleme zu vermeiden.

Wie erreiche ich eine gute Vitamin D Versorgung?

Neben ausreichend Sonnenlicht ist fettreicher Fisch eine gute Vitamin D-Quelle. Lachs ist ein gutes Beispiel. Allerdings fällt es mir jedenfalls sehr schwer, lange genug ungeschützt in der Sonne zu liegen oder Mengen an fettreichem Fisch zu essen. Deshalb nutze ich entsprechende Vitamin D Tabletten. Wichtig ist auch bei diesen Präparaten eine hohe Dosierung. Du brauchst mindestens 800 bis 1000 Einheiten Vitamin D täglich.

Wichtig ist auch hier, dass du mit deinem Diabetologen über einen Bluttest feststellen lässt, wie deine Vitamin D Versorgung tatsächlich ist. Bei einem Mangel kann der Diabetes-Doc dir ein Präparat empfehlen bzw. ein Rezept dafür ausstellen.

Optimal ist es, einmal in einem Bluttest deinen Vitamin- und Mineralstoffstatus zu ermitteln. Damit hast du die beste Grundlage für eine richtige Entscheidung.

Magnesium ist ebenfalls wichtig bei Vitamin D Mangel

Zusätzlich zum Vitamin D benötigst du außerdem Magnesium in ausreichender Menge. Denn Magnesium ist verantwortlich für Aufnahme und Transport von Vitamin D (und umgekehrt). Es ist in Milch enthalten, ebenso etwa in Haferflocken.

Wenn du den oben erwähnten Vitamin- und Mineralstoffstatus machen lässt, wird genau festgestellt, wie gut du versorgt bist. Dann kannst du bei deiner Ernährung und bei deiner Medikation darauf achten, dass dein Körper alles bekommt, was er braucht.

Die besten Tipps gibts übrigens immer in meinem Newsletter. Einfach hier eintragen und nichts mehr verpassen.

Was die Arztpraxis sagt

Bei DocCheck habe ich ein toll gemachtes, augenzwinkerndes „Arztgespräch“ von und mit Dr. Tim Knoop entdeckt. Dabei geht es um die Sorgen und Nöte der Mediziner und die Finanzierung der Praxis. Anhand des fiktiven Beispiels einer Vitamintherapie wird gezeigt, wie manche Praxen das Problem lösen.

Für uns Diabetes Patienten sollte immer die Regel gelten, dass viel nicht immer viel hilft. Lass dir also nichts andrehen, das nicht wirklich hilft. Ganzjährig ist Vitamin B12 bei einem festgestellten Mangel sehr wichtig, im Winter sollte noch Vitamin D dazu kommen. Mehr muss es nicht sein.

Hier findest du das Video:

FAQ zu Vitaminen bei Diabetes

Die beiden Vitamine B12 und D sind häufig bei Diabetes nicht ausreichend im Blut vorhanden. Du kannst das sicher über einen entsprechenden Bluttest bestimmen lassen.

Nahrungsergänzungsmittel sind in aller Regel nicht ausreichend zur Beseitigung eines Vitaminmangels bei Diabetes. Notwendig sind hochdosierte Präparate aus der Apotheke.

Grundsätzlich ist bei Diabetes eine vegane oder vegetarische Ernährung möglich. Allerdings brauchst du dafür fundierte Ernährungspläne. Das kannst du mit einer entsprechenden Ernährungsberatung über deinen Diabetologen hinkriegen. Besonders wichtig ist das regelmäßige Überwachen deiner Nährstoffversorgung mit Vitaminen und Mineralien.

Empfehlenswert sind hoch dosierte Arzneimittel, keine Nahrungsergänzungsmittel. Die bekommst du in deiner Apotheke. Vorher solltest du über einen Bluttest bei deinem Arzt bestimmen lassen, wie gut oder schlecht deine Vitamin B12 Versorgung wirklich ist.

Zuerst solltest du über einen Bluttest deine tatsächliche Vitamin D Versorgung klären. Dein Arzt kann dir dann bei Bedarf die entsprechenden Tabletten verschreiben.


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Titelfoto von Jer Chung

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