Insulinresistenz Diät

Wer eine Insulinresistenz oder bereits eine Diabetes-Diagnose hat, wurde von Ärzten bislang häufig zu einer strengen Diät angehalten. Viele solcher strengen Diätpläne oder Ernährungspläne sahen ganz genau vor, wie viele Gramm Kohlenhydrate, Fett oder Eiweiß höchstens pro Tag gegessen werden sollen. Die betroffenen Menschen wurden mit dem Diätplan dann aber alleine gelassen. So haben sie die Diät gar nicht umsetzen können. Das ist kein Wunder, denn um solche harten Ernährungsumstellungen zu machen sind intensive Schulungen notwendig. Die Betroffenen müssen in ihrem Alltag unterstützt werden. Dafür war aber häufig weder Zeit noch Geld vorhanden. Deshalb sind viele dieser strengen Diäten komplett gescheitert. Oder die Menschen haben es einige Zeit versucht. Da sie es aber durch fehlende Unterstützung gar nicht schaffen konnten, haben sie nach kurzer Zeit aufgegeben. Im schlimmsten Fall wurde das Problem durch den Jo-Jo-Effekt sogar größer. Sie haben zugenommen und nicht abgenommen. Gewichtsabnahme ist und bleibt aber das allerwichtigste Ziel in der Behandlung von Diabetes oder Insulinresistenz. Jetzt hat die Wissenschaft reagiert und neue Empfehlungen für die Praxis veröffentlicht.

Auswertung der Studienergebnisse bringt endlich auch in Deutschland neue Ansätze

Die DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) hat ihre Empfehlungen für die behandelnden Ärzte vor kurzem neu geschrieben. Um das Ziel einer Abnahme von Körpergewicht zu erreichen, soll es keine strengen Diätpläne mehr geben. Die genauen Vorgaben für Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß können damit wegfallen. Die von Insulinresistenz oder Diabetes Typ 2 betroffenen Patienten sollen stattdessen auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Ernährungsmuster an die Hand bekommen. Das könnten etwa asiatische oder mediterrane Essgewohnheiten sein. Aber auch Intervallfasten oder eine vegetarische Kost sind gut wirkende Ernährungsformen. Selbst eine Kombination aus mehreren gesunden Arten von Ernährung ist denkbar. Genauso wie eine kohlenhydratarme (Low-Carb) oder fettarme (Low-Fat) Ernährung zum Ziel führen kann. Wichtig ist, dass jede Patientin und jeder Patient individuell beraten werden soll. Denn nur, wenn man uns Patienten die zu uns passende Möglichkeiten gibt, wird die Gewichtsabnahme erfolgreich und vor allem dauerhaft sein.

Empfehlung für Eiweiß (Protein) ebenfalls geändert

Vor kurzem hat eine Arbeitsgruppe um Prof. Mertens die Arbeit an der weiteren Erforschung des Themas Nervenschäden bei Diabetes begonnen. Es wird ein neuartiger Ansatz verfolgt. Bei einer beispielsweise durch Diabetes oder Insulinresistenz schon eingeschränkten Nierenfunktion wurde bislang häufig empfohlen, weniger Eiweiß zu essen. Auch das ist inzwischen laut DDG überholt. Proteine, also Eiweiße, die gut in Hülsenfrüchten, Quark, Skyr oder Fisch und Fleisch enthalten sind, sind aus vielen Gründen besonders wichtig für den Körper. Außerdem sättigt Eiweiß besonders gut. Mit einer erhöhten Eiweißaufnahme können Hungergefühle vermieden werden. Das passt bestens zu vielen Abnehm-Strategien.

Gewichtsabnahme ist oberstes Ziel bei einer Insulinresistenz

Für die neue Praxisempfehlung wurden wissenschaftliche Studien seit 2004 ausgewertet. Darunter war auch die große DiRECT-Studie aus England, die schon viel Beachtung gefunden hat. Diese hat etwa ergeben, dass bei fast allen Betroffenen (86%) die Medikamente bei Diabetes abgesetzt werden konnten. Voraussetzung war eine Gewichtsabnahme von mindestens 15 kg Körpergewicht in den ersten sechs Jahren ab der Diagnose. Dies wurde von der Vorsitzenden des Fachausschusses Ernährung der DDG, Frau Prof. Dr. med. Diana Rubin, besonders herausgestellt.

Mehr Bewegung hilft sehr

Wie Frau Rubin weiter erläuterte, ist mehr Bewegung ein weiterer Erfolgsfaktor für die Gewichtsabnahme. Das muss nicht gleich eine große sportliche Leistung sein. Bereits ein zügiger Spaziergang nach dem Essen hilft beim Abnehmen enorm. „Schnelles Spazierengehen nach dem Essen hilft definitiv beim Abnehmen“, betont Frau Rubin, die hauptberuflich als Leiterin des Zentrums für Ernährungsmedizin am Vivantes Klinikum Spandau und Humboldt-Klinikum Berlin tätig ist. Ich persönlich habe gelernt, dass 5000 Schritte jeden Tag ein sehr guter Anfang sind. Damit kannst du dein Abnehm-Programm deutlich verbessern. Und gute Erfolge sind eine wichtige Motivation zum dranbleiben.

Dieser Blogbeitrag basiert auf der Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft, die Du hier nachlesen kannst.  Die vollständige Praxisempfehlung („Leitlinie“) findest Du hier.

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