Haferkur

Haferkur bei Diabetes – wie es für dich funktioniert

Eine Haferkur ist eine sehr wirksame Methode, um deinen Blutzuckerspiegel dauerhaft zu senken. Ich kann das durch meine persönlichen Erfahrungen nur bestätigen, mehr dazu weiter unten.

Dein Langzeitzuckerwert kann sich durch das „Einbauen“ von einer Haferkur oder Hafertagen in deinen Ernährungsplan deutlich verbessern.

Damit hilft dir eine Haferkur sehr wirksam bei der Heilung von Diabetes Typ 2.

Es ist schon amüsant zu sehen, wie der Begriff „Superfood“ immer häufiger für irgendwelche exotischen Lebensmittel verwendet wird. Da werden dann Samen um die halbe Welt transportiert, um hier teuer als super-wirksam gegen alles Mögliche angepriesen zu werden. Meistens ist das eine reine Verschwendung von Zeit und Geld.

Dabei wachsen die wirklich hilfreichen Lebensmittel direkt vor der Haustür. Spargel oder Erdbeeren beispielsweise. Hafer gehört dabei ganz oben auf Platz 1 der Liste.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du deine Haferkur am besten gestaltest. Und es gibt meine Praxistipps, um dir konkret bei der Planung und Umsetzung zu helfen. So kannst du richtig loslegen und deinem Körper etwas richtig Gutes tun.

Haferkur hilft gegen mehrere Stoffwechselkrankheiten

Hafer gehört zu den wirksamsten Lebensmitteln gegen Fettleber, hohe Cholesterinwerte und Diabetes. Außerdem wächst er gleich auf dem Feld nebenan.

Und die Wirkung hat es echt in sich. Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an meinen Online-Diabetes-Kursen haben sehr deutliche Verbesserungen ihrer Langzeitzuckerwerte erreicht.

Ein schönes Beispiel ist Alex H. Er ist den ganzen Tag mit dem LKW unterwegs, mit unregelmäßigen Mahlzeiten. Er hat durch den Einbau von Hafertagen und/oder einzelnen Hafermahlzeiten seinen Langzeitwert von 6,6% auf 5,8% drastisch gesenkt.

Und mein Leser Andreas L. schwört auf die sehr positive Wirkung von Haferkleie. Dazu noch mehr am Schluss.

Ich selbst kann die Wirkung einer Haferkur direkt an meinem Sensor ablesen, den ich am Oberarm trage. Er liefert mir jede Minute einen genauen Blutzuckerwert. Daran kann ich ablesen, wie Hafer zum Beispiel den Blutzuckeranstieg verlangsamt.

Hafer war das erste wirksame „Diabetesmedikament“

Kleiner Blick in die Vergangenheit: Bereits seit mehr als hundert Jahren werden die Haferkur und Hafermahlzeiten in der Behandlung des Diabetes mellitus eingesetzt. Pionier dabei war ein deutscher Arzt, Dr. Carl von Noorden, den man wohl zu Recht als den ersten Diabetologen der Welt bezeichnen kann. In der Wikipedia kannst du seine interessante Geschichte nachlesen.

Um das Jahr 1900 herum kannte man noch kein Insulinmedikament. Das wurde 1922 erstmals industriell hergestellt. Dr. Carl von Noorden entwickelte bereits viele Jahre vorher seine „Haferdiätkur“, der Ursprung der heute noch wirksamen Haferkur.

Oft wird eine Haferkur auch als Hafertage bezeichnet. Es handelt sich sowohl bei den Hafertagen als auch bei der Haferkur um das exakt gleiche Vorgehen.

Warum wirkt eine Haferkur gegen Diabetes?

Hafer hat unter anderem einen sehr hohen Anteil an Ballaststoffen. Ballaststoffe sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigt. Das Sättigungsgefühl beginnt schneller und hält länger an. Man fühlt sich rundum satt.

Vor allem enthält Hafer sehr viel Beta-Glucan. Beta-Glucan ist ein löslicher Ballaststoff mit vielen besonders wirksamen Eigenschaften.

Insgesamt beeinflussen die Inhaltsstoffe des Hafers eine ganze Reihe von Prozessen im Körper sehr positiv. Die Insulinantwort des Körpers auf eine Mahlzeit wird verzögert, Entzündungsprozesse werden verlangsamt und die Immunabwehr des Körpers wird gestärkt. Die Cholesterinwerte, besonders das gefährliche LDL-Cholesterin, sinken deutlich. Ebenso sinken die durchschnittlichen Blutzuckerwerte.

Insgesamt wirkt eine Haferkur also auf verschiedene Stoffwechselprozesse und beeinflusst diese zum Guten. Hinzu kommt noch das sehr gesunde Nährwertprofil von Hafer. Neben den Ballaststoffen enthält Hafer nämlich viele Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente, die unser Körper benötigt.

Die vielen guten Eigenschaften von Hafer sind wissenschaftlich sehr gut untersucht und bewiesen. Am Schluss dieses Beitrages habe ich dir relevante wissenschaftliche Studien dazu direkt verlinkt.

Tipps für deine perfekte Haferkur

Kommen wir also zur Planung und Umsetzung und meinen Tipps für deine perfekte Haferkur. Zunächst einmal solltest du vor deiner ersten Haferkur ein Gespräch mit deinem Arzt führen, am besten mit deinem Diabetologen oder Ernährungs-Docs.

Vorher mit dem Arzt sprechen und ein Labor (Blutbild) machen lassen

Dabei klärst du mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, ob gesundheitlich irgendetwas bei dir zu beachten ist.

Denn deine erste Haferkur sollte über mindestens zwei, besser über drei Tage gehen. In dieser Zeit wirst du nur Haferflocken mit wenig Obst und Gemüse zu dir nehmen.

Außerdem solltest du vor Beginn der Haferkur einmal ein Blutbild machen lassen, damit du einen Vergleich für die Wirkung bei dir hast.

Ich empfehle allen Typ 2 Diabetikern sowieso, alle drei, mindestens aber alle sechs Monate ein Blutbild machen zu lassen und den Arzt zu sehen. Nur so bist du wirklich im Bilde über deine gesundheitliche Situation und die Veränderungen, die in deinem Körper passieren.

Über die Zeit kannst du alle wichtigen Werte genau verfolgen und Probleme frühzeitig entdecken.

Starte so, dass du den Effekt schnell bewerten kannst

Optimal ist es, die Haferkur dann vier bis sechs Wochen vor dem nächsten Blutbild zu starten. Denn die Wirkung der Haferkur beschränkt sich nicht nur auf die Tage, an denen du sie machst. Die Blutzuckersenkende Wirkung der Haferkur hält über mehrere Wochen an. Wie lange, hängt von deinem Körper ab.

Normalerweise hält die Wirkung einer richtig durchgeführten Haferkur um die sechs Wochen an. Das bedeutet, dass du mit zwei Tagen „volle Kanne Hafer“ sechs Wochen und mehr niedrigere Blutzuckerwerte hast. Das ist ein ziemlich guter Tausch.

Wenn du also vier bis sechs Wochen vor deinem Arzttermin (mit Blutabnahme) startest und die Wirkung sechs Wochen anhält, dann bekommst du die Ergebnisse so früh wie möglich und so frisch wie möglich.

Wie du deine Haferkur optimal gestaltest

Meine Haferkuren mache ich immer „streng nach Vorschrift“. Damit stelle ich sicher, dass ich immer das Gleiche mache und deshalb auch vergleichbare Ergebnisse bekomme.

An jedem Tag einer Haferkur nimmst du nur Haferflocken zu dir. Dazu gibt es ein wenig Obst oder Gemüse, das sollen aber nur 50g pro Mahlzeit sein. Insgesamt stehen 225g Haferflocken pro Tag auf deiner Menükarte.

Die kannst du in maximal drei Mahlzeiten zu je 75g zu dir nehmen. Wenn du Intervallfasten mit nur zwei Mahlzeiten machst, kannst du es auch in zweimal 112g aufteilen.

Du bekommst ganz neue Erkenntnisse über deinen Blutzucker, wenn du während einer Haferkur häufiger den Blutzucker misst. Nutze meine Tipps zum Blutzuckermessen und hol dir mein E-Book zum Thema „Richtiges Blutzuckermessen ohne Schmerzen“. Es kostet dich keinen Cent und meinen Newsletter gibt’s gratis dazu.

Haferflocken-Sorten und Rezepte für die Haferkur

Welche Art von Haferflocken du nimmst, kannst du selbst nach deinem Geschmack entscheiden. Wenn du die Haferflocken eher als Brei magst, empfehle ich zarte Haferflocken.

Die kernigen Haferflocken haben mehr Biss. Beide Varianten kannst du in einer trockenen Pfanne ohne Fett ganz leicht anrösten, das verstärkt einen schönen nussigen Geschmack.

Die 75g Haferflocken in eine Schüssel geben und mit mindestens 300 und maximal 500ml Wasser, fettfreier Gemüse- oder Fleischbrühe oder meinem Spezialtipp Früchtetee (oder andere Teesorten, bitte ungesüßt) aufgießen und nach Belieben quellen lassen.

Mehr Flüssigkeit und längere Einweichzeit ergibt mehr Brei, weniger ist kerniger. In den „Oatmeal“-Ländern wird gerne über Nacht eingeweicht. Aber das kannst du entscheiden, wie es dir am besten schmeckt. Und welche Konsistenz du am liebsten magst.

Es reicht, die Haferflocken mit der heißen oder kalten Flüssigkeit zu übergießen. Kochen ist nicht notwendig.

Haferkur in Variante „süß“ mit Früchten

Du kannst dann deine Haferflocken mit 50g Früchten aromatisieren. Ideal sind alle Beeren, im Sommer sind Erdbeeren oder Himbeeren für mich einfach genial.

Diese süße Variante geht auch gut mit Wassermelone, Apfel oder Birne oder anderen zuckerarmen Obstsorten. Alles über das passende Obst bei Diabetes kannst du hier nachlesen.  Diese süße Variante passt bestens zum Früchtetee.

Außerdem kannst du noch mit Nüssen aufpeppen, eine kleine Handvoll pro Mahlzeit geben einen Extra-Crunch. Wenn es gar nicht anders geht, sind bei mir auch ein paar Tropfen Süßstoff oder Flavour-Drops bzw. Chunky-Flavour erlaubt. Hier erfährst du alles über Süßstoffe bei Diabetes.

Ganz wichtig sind die passenden Gewürze, wie etwa ein klein wenig Pfeffer bei den Beeren, gerne auch Minze oder Zimt je nach Jahreszeit und natürlich ein paar Tropfen Zitrone. Eine kleine Prise Salz (Messerspitze) rundet den Geschmack ab.

Haferkur in Variante „salzig“ mit Gemüse

Wenn du die Haferflocken mit Wasser oder Gemüsebrühe zubereitest, kannst du alternativ statt Früchten auch 50g Gemüse für den Geschmack und den Biss verwenden. Bitte keine Hülsenfrüchte oder Mais verwenden. Ideal sind gegrillte grüne oder weiße Spargel, Zwiebeln, Champignons oder Tomaten, Gurken und Karotten.

Dazu passen Salz und Pfeffer, bei Tomaten gerne auch Basilikum, bei Gurken Dill oder andere möglichst frische Kräuter. Den Frischekick gibt’s mit Zitrone.

Klare Regeln, klare Ergebnisse

Das wars dann auch schon. Mehr ist für die Haferkur nicht drin. Keine Snacks zwischendurch. Keine Extra-Proteine, keine Extra-Fette oder Kohlenhydrate. Einfacher geht’s eigentlich gar nicht.

Ich mache meine Hafertage immer an einem Wochenende und kaufe vorher alles ein, was ich brauche.

Es ist wichtig, diese Regeln für die Kur einzuhalten. Nicht mehr Haferflocken, nicht weniger, immer 225g pro Tag aufgeteilt auf maximal drei Mahlzeiten.

Ein wichtiger Punkt sind die Getränke

Da Hafer wie oben gesagt viele Ballaststoffe hat, ist es an den zwei oder drei Hafertagen sehr wichtig, viel zu trinken. Viel heißt dabei rund zwei Liter Flüssigkeit. Bitte zuckerfrei.

Durch die ordentliche Menge an Flüssigkeit profitiert deine Verdauung und es kommt nicht zu Verstopfungen. Kaffee ist erlaubt. Hier findest du alle für dich wichtigen Informationen über Getränke bei Diabetes.

Wie ich meine Haferkuren erlebe

Ich habe mich während meinen Hafertagen bzw. Haferkuren immer ordentlich satt gefühlt. Das liegt an der Kombi aus ausreichend Flüssigkeit und den Hafer-Ballaststoffen.

Die Energiemenge an den zwei oder drei Hafertagen liegt bei um die 1000 Kalorien pro Tag. Sie ist also sehr überschaubar. Trotzdem wirst du dich insgesamt nach deiner Haferkur richtig gut fühlen. Und wahrscheinlich hast du sogar etwas an Gewicht verloren.

Für viele meiner KursteilnehmerInnen war eine Haferkur der Startschuss in eine gesündere Ernährung. Aus den fallenden Langzeitwerten kannst du dir eine starke Motivation abholen.

Und das ist die Grundlage für deinen langfristigen Erfolg im Kampf gegen deinen Diabetes. Diabetes Typ 2 ist heilbar, wie man inzwischen weiß.

Ein Geheimtipp zum Schluss

Noch besser als Haferflocken eignet sich die Haferkleie. Sie lässt sich genauso verwenden wie Haferflocken. Dabei hat sie noch mehr von den positiven Inhaltsstoffen pro 100g als die Haferflocken.

Sie eignet sich perfekt für ein tägliches Frühstück. Damit bekommst du deine Blutzuckerwerte nach unten. Hier gibts meine Empfehlung für Haferkleie zum Bestellen.

Was nach der Haferkur kommt

Schau dir die Ergebnisse auf deinen Laborberichten an. Was hat sich verändert und wie stark ist die Veränderung ausgefallen?

Nutze die tollen Eigenschaften von Hafer weiter für dich. Wenn du zum Beispiel jeden Morgen ein Frühstück aus Haferkleie mit Früchten machst, wird dein Blutzuckerspiegel langfristig sinken, oft sogar bis in den gesunden Bereich hinein. Jedenfalls dann, wenn du dich darum kümmerst, deinem Körper mit einer gescheiten Ernährung etwas Gutes zu tun.

Mehr über den Langzeitzuckerwert erfährst du hier. Natürlich kannst du auch zwei Hafertage alle sechs Wochen in deinen Ernährungsplan einbauen.

FAQ Haferkur und Hafertage

Das im Hafer enthaltene Beta-Glucan verzögert die Aufnahme von Glucose in den Blutkreislauf.

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Titelfoto von Thiea Alhoz

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