Getränke bei Diabetes

Getränke bei Diabetes – Wie wir Diabetiker richtig trinken!

Getränke bei Diabetes sollten zuckerfrei sein und trotzdem richtig gut schmecken. Denn wir brauchen ja als Diabetiker jede Menge Flüssigkeit. Sie sind also ein sehr wichtiger Teil der richtigen Ernährung bei Diabetes. Viele meiner Kursteilnehmer sind überrascht, wie viel Zucker und damit auch Energie sie bislang jeden Tag zu sich genommen haben.

Das kannst du relativ einfach vermeiden, wenn du die Tipps in diesem Beitrag für dich umsetzt.

Wie viel Flüssigkeit brauche ich täglich bei Diabetes Typ 2

Grundsätzlich willst du bei Diabetes pro Tag etwa zwei Liter zuckerfreie Getränke über den Tag verteilt trinken. Das hilft deinem Körper, ganz besonders deinen Nieren. Und es ist gleichzeitig wichtig zur Gewichtsabnahme oder zum dauerhaften Halten deines Körpergewichts.

Im Sommer oder bei sportlichen Aktivitäten können es gerne auch drei Liter und mehr sein. Denn bei großer Hitze und beim Sport verlieren wir ja bekanntlich schon durchs Schwitzen viel Flüssigkeit.

Die Angaben zu den Mengen sind lediglich Orientierungswerte. Am besten ist es, auf dein Durstgefühl zu vertrauen und immer dann zu trinken, wenn du Durst hast. Deshalb ist es natürlich gut, wenn du immer etwas Passendes zu trinken bei dir hast.

Der durch sein Buch „How not to die“ („Wie man nicht stirbt“) bekannt gewordene amerikanische Arzt Dr. Michael Greger hat einen sehr guten und einfachen Tipp zur Kontrolle deiner Wasserversorgung. Solange dein Urin hellgelb ist, kannst du davon ausgehen, dass dein Flüssigkeitshaushalt gut ist. Je dunkler die Farbe, desto problematischer. Also, ab und zu mal genauer hinsehen kann sich lohnen.

Was aber sind die besten und gesündesten Getränke bei Diabetes? Und vor allem: Was schmeckt auch gut?

Das Wichtigste: Kein Zucker in deinen Getränken

Entscheidend ist, dass deine Getränke keinen Zucker enthalten. Denn zuckerhaltige Getränke liefern viel unnütze Energie, die dann als Fett auf deinen Hüften landet. Sie lassen zudem deinen Blutzuckerspiegel sehr schnell und sehr stark ansteigen. Nicht gut, wenn du Diabetes hast.

Im Januar 2023 wurde eine Studie aus Großbritannien veröffentlicht. Diese hat sich mit den Auswirkungen der Zuckersteuer auf Getränke beschäftigt. Zur Erinnerung: Im Jahre 2018 wurde in Großbritannien eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt. Damit sollte die „Übergewichts-Pandemie“ insbesondere bei Kindern und Jugendlichen bekämpft werden.

In der von Nina Rogers von der University of Cambridge durchgeführten wissenschaftlichen Arbeit wurde bestätigt, dass die Zuckersteuer dazu geführt hat, die Übergewichtsprobleme zu reduzieren.

Mineralwasser pur, mit und ohne Sprudel

Was sind also gute Getränke bei Diabetes? Am allerbesten und am gesündesten ist sicher ein gut mineralisiertes Mineralwasser. Mir schmecken Selterswasser und Rhönsprudel am besten. Diese beiden haben auch ein gutes Profil an Mineralien.

Aber da die Geschmäcker verschieden sind, solltest du ausprobieren, welches Mineralwasser für dich am besten schmeckt. Die Auswahl ist riesig. An der Frage, ob mit oder ohne Sprudel scheiden sich die Geister. Da es aber eine reine Geschmacksfrage ist kannst du es einfach so machen, wie es dir am besten schmeckt.

Inzwischen habe ich zu Hause einen Wassersprudler stehen. Damit kann ich dann alle Varianten von Sprudelwasser herstellen. Ganz egal, ob jemand „fast still“ oder „Sprudelnd“ will, das Ergebnis kann ich mit ein paarmal drücken selbst machen und alle sind zufrieden. Bei kleinen Kindern ist das ebenfalls eine gute Idee. Sie mögen meistens eher eine stille Variante. Je älter sie werden, desto mehr Sprudel ist gefragt.

Mineralwasser verfeinern – der Geschmack machts

Leider ist Mineralwasser allein für mich ziemlich langweilig. Aber du kannst es, ganz nach deinem Geschmack, wunderbar aromatisieren. Die einfachste Lösung ist eine Scheibe Zitrone (bitte nur unbehandelte Bio-Zitronen verwenden).

Generell sind aber viele Obstsorten bestens geeignet, um dein Wasser mit einem richtig tollen Geschmack zu veredeln. Orangenscheiben, Melonenwürfel, ein Viertel eines säuerlichen Apfels und natürlich Beeren passen super, besonders im Sommer.

Du solltest nur unbehandeltes Obst, am besten Bio, verwenden. Wenn du TK-Obst verwendest, achte ebenfalls auf eine gute Bio-Qualität und vermeide Zuckerzusatz. Am besten ist es, wenn außer dem jeweiligen Obst oder den Obstsorten nichts anderes auf der Zutatenliste steht.

Im Sommer stehen bei mir Waldbeeren hoch im Kurs. Das ist bei mir eine Mischung aus reifen Brombeeren, Himbeeren, Walderdbeeren und Heidelbeeren. Beeren haben sehr wenig Zucker, aber viel Geschmack. Genau das Richtige an heißen Tagen.

Für die Basis zerdrücke ich zwei Handvoll Beeren mit der Gabel, gebe eine weitere Handvoll Beeren obendrauf und fülle dann mit einem Liter sprudelndem Wasser auf. Dazu kommt noch ein Sträußchen frische Minze aus dem Kräutertopf, eine Zitronenscheibe und fertig ist mein Lieblings-Sommerdrink (siehe Foto).

Die andere Variante: Wasser mit Gurke oder Sellerie

Aus meinen Workshops weiß ich, dass es auch Liebhaber von „Gemüsegeschmack“ im Wasser gibt. Dabei werden dickere, halbierte Scheiben von Salatgurke oder halbierte Staudensellerie-Stangen zum Aromatisieren verwendet. Da mir persönlich das nicht so schmeckt, kann ich leider hierzu keine Tipps geben. Wenn ihr aber Ideen habt, schreibt mir einfach unten einen Kommentar und ich ergänze das gerne hier in diesem Artikel.

Gerade entdeckt: Superleckere Alternativen

Ich suche ja immer nach möglichst viel Abwechslung bei Essen und Trinken. Und so habe ich vor kurzem die für mich ganz neuen Instick Getränkepulver entdeckt.

Instick wurde im Tüftlerland Baden-Württemberg entwickelt und liefert sehr lecker schmeckende und zuckerfreie Getränkepulver in vielen verschiedenen Sorten. Instick-Getränkepulver wird in hoher Qualität in Deutschland hergestellt.

Die Erfinder haben sich die richtige Frage gestellt. Warum sollte man schwere Flaschen mit Erfrischungsgetränken schleppen, wenn der Hauptbestandteil, natürliches Wasser, in Top-Qualität direkt aus der Leitung zu Hause kommt?

Aus diesem Grunde habe ich ja auch einen Wassersprudler bei mir zu Hause stehen.

Insticks sind sehr einfach zu benutzen. Jeder einzelne Stick (siehe Foto) enthält alles, was du brauchst, um ein leckeres Getränk anzurühren.

Instick leckere zuckerfreie Getränke für Diabetiker
Instick leckere zuckerfreie Getränke für Diabetiker

Einfach Pulver in die Flasche geben, mit Wasser nach Geschmack auffüllen und schon hast du einen halben Liter oder mehr eines fruchtigen Getränks. Mit insgesamt 45 Sorten, darunter auch koffeinhaltige Kaffee- und Teegetränke, hast du viele Möglichkeiten. Manche Sorten (wie etwa Cola oder Orange) schmecken besonders gut mit Kohlensäure.

Die Instick-Erfinder haben zusätzliche Rezepte für Desserts im Programm. Dafür nutze ich persönlich aber lieber meine Flavour Drops oder Chunky Flavour.

Wenn du Instick mal testen möchtest, empfehle ich dir das Kennenlernpaket. Das kannst du dir über Amazon einfach nach Hause schicken lassen. Mein persönlicher Favorit ist dieses Probierpaket, das kommt praktischerweise zusammen mit einer Flasche zum Mixen.

Was ist mit Zero oder Light-Getränken?

Wie du hier nachlesen kannst, gibt es keine Probleme, wenn deine Getränke Süßstoff enthalten. „Zero“-Getränke nehme ich besonders unterwegs sehr gerne, es gibt sie an jeder Tankstelle oder im Restaurant auf Reisen.

Am besten schmecken sie richtig gut gekühlt. Für mich persönlich schmecken die Light-Varianten dagegen nicht so gut. Aber ob du nun die „Zero“ oder die „Light“-Variante lieber magst ist eine Sache, die du für dich selbst ausprobieren musst. Ich war schon überrascht, wie unterschiedlich beide schmecken.

Apropos Geschmack: Vor einigen Jahren kam „Stevia“ in Mode und in der EU auf den Markt. Es hat zwar eine große Süßkraft, ist aber ebenfalls nicht mein Geschmack. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich sehr verschieden. Wichtig ist, dass du etwas auswählst, was du wirklich gerne magst. Dann schmeckt der Verzicht auf Zucker und Kalorien für dich genau richtig. Und nur darauf kommt es an.

Saftschorlen und Obstsäfte

Die gerne getrunkenen Saftschorlen enthalten in der Regel bereits zu viel Zucker. Denn Obstsäfte sind fatalerweise ziemliche Zuckerbomben. Das geht eigentlich nur, wenn du selbst mischst und nur höchstens 10% Saft verwendest.

Für uns Diabetiker ist Obstsaft generell keine gute Idee. Er enthält zu viel Fruchtzucker und damit auch zu viel Energie. Die Energie vergrößert deinen Bauch, der Fruchtzucker macht einen schlechten Blutzuckerwert. Beides will ich nicht haben.

Die Ernährungswissenschaftler empfehlen ja immer fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Bei Diabetes bedeutet das jedoch vier Portionen Gemüse und eine Portion Obst. Und das Obst sollte dann „am Stück“ sein und nicht als Saft gepresst.

Kaffee

Das Lieblingsgetränk der Deutschen ist bei Diabetes kein Problem. Inzwischen weiß man auch, dass Kaffee auf deine „Trinkmenge“ voll angerechnet werden kann. Früher gab es die Meinung, dass Kaffeegetränke nicht zum täglichen „Flüssigkeitsbedarf“ zählen.

Das ist mittlerweile widerlegt. Wichtig ist, dass du nur wenig Milch nimmst (wegen dem Milchzucker) und natürlich keinen Zucker in deinen Kaffee machst. Wenn es süß schmecken soll, nimm einfach eine Süßstoff-Tablette oder Stevia. Mir persönlich schmeckt Stevia nicht.

Früchtetee und grüner oder schwarzer Tee

Das ganze Jahr über gehen Schwarztee, Grüntee und Früchtetee. Im Sommer ist es eine gute Idee, nicht immer eiskalte Getränke zu trinken. Denn je kälter das Getränk, desto wärmer wird es dir. Da sind Früchtetees eine gute Hilfe. Sie schmecken richtig gut, auch wenn sie lauwarm sind. Mit sprudelndem Mineralwasser kannst du einen heißen Früchtetee schnell in ein lauwarmes Sprudelgetränk verwandeln. Das löscht den Durst perfekt und hat keine Kalorien.

Du kannst deinen persönlichen Früchtetee bei Bedarf ziemlich leicht selbst herstellen. Dazu mischst du einfach Schalen und Fruchtstückchen und lässt sie im Backofen bei 40 Grad Umluft drei Stunden trocknen. Meistens habe ich keine Zeit dafür und kaufe mir zuckerfreie Fertigmischungen.

Grüner Tee und Schwarztee gibt es ebenfalls in nahezu unendlich vielen Varianten. Solange kein Zucker in den Mischungen enthalten ist, kannst du diese bedenkenlos genießen. Lieber süße ich selbst noch ein wenig mit Süßstofftabletten oder ein paar Tropfen flüssigen Süßstoff. Dann kann ich sicher sein, dass mein Blutzucker nicht unerwartet nach oben geht.

Achte bei Grüntee auf die Wassertemperatur

Bei der Zubereitung solltest du darauf achten, dass Grüntee und Schwarztee unterschiedliche Wassertemperaturen benötigen. Bei Grüntee sollte die Wassertemperatur 70 Grad nicht übersteigen.

Schwarze Teesorten werden dagegen mit fast kochendem Wasser übergossen. Grüner Tee soll besonders gesundheitsfördernd sein. Dann sollte man allerdings auch darauf achten, dass man eine wirklich gute Qualität kauft. Wenn ihr Tipps zu guten Grüntees habt, freue ich mich davon zu hören. Dann kann ich das ebenfalls mal ausprobieren.

Vorsicht bei fertigen Tees aus der Flasche

Bei den im Supermarkt und an der Tanke angebotenen fertigen Teesorten aus der Flasche ist meistens sehr viel Zucker zugesetzt. Besser ist es daher, deinen eigenen Lieblings-Tee selbst aufzubrühen und in einer guten Thermoskanne dabei zu haben.

Spezial-Tipp zum Abnehmen: Probiere diese flüssigen und kalorienarmen Mineralbomben

Wenn du zu jeder Hauptmahlzeit eine große Tasse oder einen Suppenteller voll mit heißer Gemüse- oder Fleischbrühe als „Vorspeise“ einplanst, hilft dir das gleich mehrfach. Gerne auch mit Gemüse als Einlage. Meistens mache ich mir eine ordentliche Portion TK-Erbsen rein, bevor ich die Suppe vom Herd nehme. Das gibt noch ein paar Extra-Proteine und füllt den Magen schon mal ein wenig vor.

Durch eine Suppe vor dem Essen unterstützt du deinen Mineralhaushalt und bist außerdem schneller satt. So wirst du insgesamt weniger essen und hast deinem Körper etwas Gutes getan. Das ist im Übrigen sowieso ein guter Tipp, wenn du abnehmen möchtest.

FAQ Getränke bei Diabetes Typ 2

Es gibt keine belastbaren Empfehlungen für die Trinkmenge. Wichtig ist es, auf dein Durstgefühl zu achten und zu trinken, wann immer du Durst hast.

Du kannst alles trinken, was keinen Zucker enthält. Süße Getränke lassen deinen Blutzucker stark ansteigen. Ein gutes Mineralwasser ist ideal. Zero oder Light-Getränke mit Süßstoff sind ebenfalls unproblematisch.

Kaffee ist bei Diabetes Typ 2 kein Problem. Jedenfalls, solange er mit wenig Milch und ohne Zucker getrunken wird.

In vielen neuartigen Teemischungen (Teebeuteln) ist Zucker enthalten. Achte beim Kauf darauf, dass kein Zucker auf der Zutatenliste steht. Fast alle fertigen Teesorten aus der Flasche enthalten ebenfalls große Mengen an Zucker.

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Titelfoto: Naim Benjelloun

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