Diabetes Schlafstörung ist gefährlich

Die Ursachen einer Schlafstörung bei Diabetes

Eine Schlafstörung kann direkt durch deinen Diabetes bzw. deine Blutzuckereinstellung selbst ausgelöst werden. Denn eine häufige Ursache für eine Schlafstörung bei Diabetes liegt in einer nicht guten oder sogar schlechten Blutzuckereinstellung. Ist etwa am Abend der Blutzuckerwert zu hoch oder steigt er in der Nacht stark, kämpft der Körper dagegen. Er möchte den überschüssigen Blutzucker über vermehrte Urinausscheidung loswerden. Die Folge ist eine volllaufende Blase, verbunden mit starken Durstgefühlen. Beides sorgt dann dafür, dass du mitten in der Nacht aufstehen musst. Dabei ist es egal, ob du etwas gegen deinen Durst trinkst oder auf die Toilette gehst. Der Schlaf ist erst einmal unterbrochen. Und häufig ist es danach schwer, wieder in den Schlaf zu finden.

Auch Depressionen bei Diabetes führen zu Schlafstörungen

Inzwischen ist gut erforscht, dass Diabetes und Depression ein diabolisches Duo sein können. Das kann direkte Auswirkungen auf deine Schlafqualität haben. Häufig höre ich in meinen Workshops und Coachings von Einschlafstörungen bei einem Diabetes durch grübelnde Gedanken. Manche meiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichten sogar von einem nächtlichen Hochschrecken, beispielsweise durch unangenehme Alpträume. Und ist der Schlaf erstmal unterbrochen, ist es wiederum ein Problem, schnell wieder einzuschlafen.

Übergewicht ist beim Schlaf ebenfalls ein großes Problem

Diabetes und Übergewicht bedeuten zudem ein hohes Risiko für die Schlaf-Apnoe. Hier geht es um Aussetzer bei der nächtlichen Atmung. Dies kann zu gravierenden Folgen führen. Dadurch kann sogar tatsächlich das nicht behandelte Übergewicht, das viele Menschen mit Diabetes Typ 2 betrifft, im Schlaf zum Tod führen. Deshalb ist es auch aus diesem Grund ganz besonders wichtig, nach einer Diabetes Typ 2 Diagnose bei bestehendem Übergewicht sofort zu handeln. Es ist jedenfalls für ganz viele ein wichtiger Grund und eine gute Motivation, das Problem an der Wurzel zu packen. Mehr zu den grundlegenden Bausteinen Motivation, Testen und Messen, Ernährung und Aktivität habe ich dir in meiner 4-Säulen-Strategie auf der Seite „Strategie gegen Diabetes Typ 2“ zusammengestellt.

Was passiert in meinem Körper, wenn ich nicht gut schlafe?

Schlafmangel ist mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen verbunden. Dauerhaft schlechter oder ungenügender Schlaf kann Diabetes genauso begünstigen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (darunter dann auch Bluthochdruck, Herzinfarkte oder Schlaganfälle). Die geistige Leistungsfähigkeit wird nach und nach vermindert, es tauchen vermehrt schädliche Proteine auf, die mit der Alzheimer-Erkrankung in Verbindung gebracht werden.

Neue Übersichtsstudie beschäftigt sich mit den Folgen von Schlafmangel

Die Wissenschaftler Zachary Zamore und Sigrid C. Veasey haben sich in einer gerade veröffentlichten Übersichtsstudie intensiv mit der Studienlage und den Folgen eines unzureichenden Schlafes auseinandergesetzt. Sie haben darin zahlreiche Krankheitsbilder identifiziert, die mit Schlafmangel verbunden sind. Außerdem haben sie festgestellt, dass dauerhafter Schlafmangel nicht später wieder ausgeglichen werden kann.

Die Übersichtsstudie wurde veröffentlicht in der amerikanischen Fachpublikation „Trends in Neuroscience“ (übersetzt „Trends in der Neurowissenschaft“). Den vollständigen Artikel kannst du dir hier als PDF herunterladen.

Was aber macht eigentlich einen gesunden Schlaf aus und wie kannst du deinen Schlaf verbessern

Was ist gesunder Schlaf bei Diabetes?

Für uns Sweeties gelten die gleichen Regeln wie für alle Menschen, wenn es um einen gesunden Schlaf geht. Wie bei vielen anderen Themen ist auch beim Schlaf wichtig, dass er ganz individuell betrachtet wird. Denn auch hier gilt, dass jeder Mensch einzigartig ist und seine ganz individuellen Bedürfnisse hat. Dennoch gibt es allgemein gültige Regeln, die einen gesunden Schlaf kennzeichnen.

Woran erkenne ich gesunden Schlaf?

Als „gesunden Schlaf“ bezeichnet man eine Schlafdauer zwischen sechs und acht Stunden täglich. Dabei ist es nicht wichtig, ob man früh am Abend einschläft und dafür früh morgens wieder aufwacht. Oder ob man bis spät abends wach bleibt und dafür morgens länger schläft. Ein gutes Zeichen ist, wenn man innerhalb von 30 Minuten einschläft und sich beim Aufwachen morgens ausgeschlafen und fit fühlt.

Warum ist ein gesunder Schlaf so wichtig für mich?

Die Wissenschaft beschäftigt sich seit einigen Jahren wieder intensiver mit der Schlafforschung. Dabei wurde vielfach festgestellt, dass ein gesunder Schlaf den Körper und den Stoffwechsel positiv beeinflusst. Das ist besonders für uns Diabetiker von großer Bedeutung: Schließlich ist bei uns ja gerade der Stoffwechsel gestört.

Nur wenn wir es also schaffen, ausreichend viel zu schlafen, werden wir unserem Stoffwechsel helfen und dadurch auch zu einer besseren Diabetestherapie kommen. Hier auf meiner Website geht es ja darum, deinen Diabetes Typ 2 komplett zu überwinden und zu einem gesünderen Menschen zu werden. Hier kannst du meinen Diabetes-Newsletter bestellen, um in Zukunft nichts mehr zu verpassen. Da gibt es auch immer neue Tipps und Tricks sowie News für deinen Diabetes Typ 2.

Sieben Punkte, die deinen guten Schlaf bei Diabetes fördern können

  • Spätestens fünf Stunden vor dem Schlafengehen keine Koffeinhaltigen Getränke mehr zu dir nehmen (Kaffee, Tee, Cola beispielsweise können dich lange wachhalten)
  • Nach einem leichten Abendessen eine Runde spazieren gehen, je flotter, desto besser
  • Anschließend ein schönes warmes Bad oder eine warme Dusche genießen
  • Routinen schaffen: Gehe immer etwa zur gleichen Zeit ins Bett und stehe immer etwa zur gleichen Zeit morgens auf
  • Alkohol ist kein gutes Schlafmittel. Es hilft vielleicht beim Einschlafen, ist aber nicht gut fürs so wichtige gesunde durchschlafen.
  • Lesen ist eine gute Idee, solange du ein Buch nutzt und nicht etwa dein Smartphone oder ein anderes elektronisches Gerät.
  • Achte auf dein Umfeld. Nutze dunkle Vorhänge oder eine Schlafbrille um Licht als Störquelle auszuschalten. Gegen laute Geräusche helfen klassische Ohropax-Wachsstöpsel.

Wer dir hilft, wenn es trotzdem nicht mit gutem Schlaf klappt

Wenn du über längere Zeit Schwierigkeiten mit deinem guten Schlaf hast, frag deinen Diabetologen. Er wird dir helfen, die Ursachen zu finden und abzustellen. Bei schwierigen Fällen empfehle ich immer einen Besuch bei einem kompetenten Schlaflabor. Dort findest du Fachleute, die nichts anderes machen als dir einen gesunden Schlaf zu ermöglichen. Ansprechpartner gibt dir dein Diabetologe oder deine Krankenkasse.

Was ist mit Schlafmitteln?

Schlafmittel oder auch Nahrungsergänzungsmittel wie das Hormon Melatonin sind keineswegs harmlos. Wenn du anfängst, dich selbst damit zu therapieren, können deine Probleme dadurch größer werden statt kleiner. In jedem Falle solltest du zuerst die sieben Tipps hier probieren und mit einem kompetenten Arzt sprechen. In den allermeisten Fällen gelingt es dir damit, zu einem gesunden Schlaf zu kommen, ohne noch weitere Medikamente oder gar Hormone einzuwerfen. Ein entscheidender Baustein zu einem gesünderen Leben und einem gesünderen Schlaf ist die Therapie deines Diabetes Typ 2. Nutze die Tipps hier auf meiner Seite und melde dich zum Newsletter an. Du kannst es schaffen und ein Diabetes-Held werden.

Titelfoto von Christian Domingues

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