Diabetes und Nieren: Protein ist wichtig

Diabetes und Nieren: Was schützt vor der diabetischen Nephropathie?

Diabetes und Nieren: Was schützt vor der diabetischen Nephropathie? Unsere beiden Nieren sind wahre Hochleistungsorgane: Sie waschen dein Blut und sind so mitverantwortlich für deine Gesundheit. Wenn deine Nieren ihre Aufgabe nicht mehr gut erledigen können, droht erhebliche Gefahr für dich.

Eine diabetische Nephropathie oder ein Nierenversagen können schnell lebensbedrohlich werden. Dann helfen oft nur noch Dialyse oder Nierentransplantation. In diesem Beitrag sage ich dir, was du für deine Nierengesundheit tun kannst – gerade bei Diabetes.

In der letzten Woche habe ich meine jährliche diabetologische Augenuntersuchung beim Augenarzt gemacht. Dabei sagte mein Augenarzt (wie immer): Die Augen sind das Fenster zur Niere.

Das habe ich, trotz eines guten Befundes, jetzt zum Anlass genommen, mich mal intensiv mit den Gefahren für meine Nieren zu beschäftigen. Hier kannst du lesen, worauf du besonders achten kannst, um deine Nieren lange gesund zu halten, auch bei Diabetes.

Was bedeuten gut funktionierende Nieren für deinen Körper?

An jedem Tag fließen rund 1800 Liter Blut durch deine Nieren. Das ist in etwa die 300-fache Menge deines gesamten Blutes. Eine Niere besteht aus bis zu einer Million sogenannter Nierenkörperchen.

In diesen wird das Blut in sehr kleinen Blutkanälchen gefiltert. Giftstoffe und Produkte des Stoffwechselabbaus werden über den Harn ausgeschieden.

Wenn die Nieren ihre Aufgabe nicht mehr gut erledigen, werden Schad- und Giftstoffe nicht mehr richtig ausgewaschen. Das führt in der Folge zu weiteren großen Problemen in deinem Körper. Das Krankheitsbild wird diabetische Nephropathie genannt, also eine durch Diabetes verursachte Nierenschädigung.

Außerdem sind die Nieren auch verantwortlich für die Produktion bestimmter Hormone, die dein Körper braucht. Alle Details über die Nieren und ihre zentrale Funktion im Körper kannst du hier in der Wikipedia nachlesen.

Ohne funktionierende Nieren können wir nicht überleben. Deshalb ist es eine ziemlich gute Idee, dafür zu sorgen, dass sie gut arbeiten können. Wie das geht, sage ich dir in diesem Beitrag.

Warum ist Diabetes ein besonderes Problem gerade für deine Nieren?

Zunächst mal ist es wichtig zu verstehen, warum die Nieren durch Diabetes besonders stark gefährdet sind. Das liegt an den feinsten Blutgefäßen in den Nierenkörperchen.

Der überschüssige Zucker in deinem Blut sorgt dafür, dass diese kleinsten Blutgefäße am ehesten geschädigt werden. In den Augen (und zum Beispiel auch in deinen Herzkranzgefäßen) gibt es ähnlich kleine Blutgefäße.

Deshalb sind die Augen auch das „Fenster zur Niere“. Denn der Augenarzt kann bei der diabetologischen Augenuntersuchung sehen, wie stark die feinsten Gefäße bereits geschädigt sind. Das erlaubt dann Rückschlüsse auf die Situation, etwa in deinen Nieren.

Deshalb ist es von so großer Bedeutung, deinen Blutzuckerspiegel im Griff zu behalten. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Was du tun kannst, um deine Nieren gesund zu halten

Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, um deine Nierengesundheit zu fördern. Die wichtigsten Bausteine sind deine Ernährung, also dein Essen und dein Trinken. Daneben spielt eine bestmögliche Blutzuckereinstellung eine zentrale Rolle. Da deine Ernährung auch beim Blutzucker eine entscheidende Rolle spielt, solltest du darauf besonders achten.

Natürlich ist es wichtig, dass du über deinen Körper bestens informiert bist. Deshalb kannst du deine Nierengesundheit regelmäßig kontrollieren lassen. Denn es ist bekannt, dass sich bereits beginnende Schädigungen der Nieren zurückbilden können, wenn du entsprechend reagierst.

Genauso ist es im Übrigen auch beim Typ 2 Diabetes: Dieser kann sogar vollständig geheilt werden. Und damit beseitigst du gleichzeitig auch eine wichtige Ursache für spätere Nierenprobleme.

Wenn du auf dem Laufenden dazu bleiben möchtest, hol dir hier meinen Diabetes-Newsletter speziell für alle Typ 2 Diabetiker. Kostet dich keinen Cent, hilft dir aber in deinem Kampf gegen Diabetes.

Was kannst du nun genau tun, um deine Nieren zu schützen?

Gut essen: So reguliert dein Körper, was er braucht

Es wird viel diskutiert über einen Zusammenhang zwischen der Menge an Protein (Eiweiß), die du mit dem Essen zu dir nimmst, und einer Schädigung der Nieren durch zu viel an Protein. Dazu wurde vor ein paar Tagen eine sehr gute Übersichtsstudie von Wissenschaftlern für die Deutsche Gesellschaft für Ernährung veröffentlicht.

In dieser Studie konnten keine Zusammenhänge zwischen einer hohen Proteinaufnahme und Schädigungen an der Niere festgestellt werden.

Das ist für uns Diabetiker eine besonders gute Nachricht, da wir eher wenig Kohlenhydrate zu uns nehmen sollten. Das spricht für eine Ernährung mit einem ordentlichen Anteil an Proteinen. Hier erfährst du mehr über eine gut schmeckende, Diabetes-gerechte Ernährung.

Denn es gibt eine natürliche, körpereigene Regulierung der Nahrungszufuhr. Die Ursache liegt in der Bedeutung der Proteine für das Funktionieren unseres Körpers. Denn ohne Proteine kann der Körper lebenswichtige Bausteine nicht selbst herstellen.

Das führt dazu, dass der Körper erst dann „gesättigt“ ist, wenn er die benötigte Menge an Proteinen bekommen hat. Dies wurde in einer australischen Studie mit über 9000 Teilnehmern aus dem letzten Jahr eindrucksvoll bewiesen.

Die wichtigste Erkenntnis dieser Studie ist eben die Bedeutung der körpereigenen Regulierung der Nahrungsaufnahme. Kurz gesagt: Du fühlst dich erst richtig satt, wenn du genügend Protein gegessen hast. Deshalb wird Protein auch als „wichtigster Sattmacher“ gesehen.

In dem modernen Industrie-Junkfood fehlen jedoch ausreichend Proteine. Denn es ist viel teurer, Fleisch oder Fisch in das Fertigessen zu tun als billige Kohlenhydrate. Also isst man viel mehr, um satt zu werden.

Viele Menschen erfahren das am eigenen Leib. Zwei Stunden nach der Riesenportion Junkfood hat man schon wieder Hunger.

Deshalb ist es eine kluge Idee, sich bei Diabetes eher proteinreich zu ernähren.

Blutzuckereinstellung: Das ist wichtig

Von entscheidender Bedeutung ist natürlich die optimale Blutzuckereinstellung. Dein Langzeitzuckerwert sollte einen HbA1c-Wert von unter 6,5 % bzw. 48 mmol/mol erreichen.

Je jünger du bist, desto niedriger sollte der Wert sein, den du anstrebst. Das reduziert das Risiko von Folgeerkrankungen wie etwa der Nierenkrankheit (diabetische Nephropathie), von Augenschäden oder Herzproblemen deutlich.

Als Typ 2 Diabetiker solltest du unbedingt versuchen, deinen Diabetes ganz wegzukriegen.

Richtig trinken unterstützt deine Nieren

Viel Flüssigkeit unterstützt die Nierenfunktion ebenfalls sehr gut. Allerdings solltest du als Diabetes-Patient sehr genau auf die Auswahl deiner Getränke achten. Hier kannst du alles zum Thema „Getränke bei Diabetes“ nachlesen.

Achte doch mal darauf, den ganzen Tag über immer etwas Leckeres zum Trinken dabei zu haben. Deine Nieren werden sich freuen. Das merkst du selbst daran, wie sich dein Urin heller färbt. Das kommt daher, weil er weniger konzentriert ist.

Viel trinken unterstützt also deine Nierenfunktion.

Untersuchungen: Das solltest du regelmäßig checken lassen

Wenn du nicht genau informiert darüber bist, was in deinem Körper eigentlich passiert, kannst du nicht rechtzeitig handeln. Deshalb ist es eine kluge Idee, neben den reinen Blutzuckerwerten auch noch andere Daten zu messen.

Das geht ja heute mit den Möglichkeiten deines Smartphones ziemlich gut. Ich selbst nutze die Apple Watch, um meine wichtigsten Daten zu speichern. Im Zeitverlauf kannst du dann gut erkennen, was gut läuft und was noch nicht. Hier kannst du alles zum Thema „Richtig messen bei Diabetes“ lesen.

In Bezug auf deine Nieren solltest du wenigstens einmal jährlich beim Arzt deinen Urin untersuchen lassen. Damit kann gemessen werden, ob alles okay ist oder ob du mehr auf deine Nieren achten solltest.

Deine Strategie für gesunde Nieren

Für deine Nieren gibt es also eine einfache Strategie: Richtige Ernährung, viel trinken und einmal jährlich Urin und Augen untersuchen lassen. Damit bist du schon ein richtig gutes Stück vorne, wenn es um dein weiteres, gutes Leben geht.

Das bringt natürlich nichts, wenn du nicht motiviert dazu bist, dich um deinen Körper zu kümmern. Wir alle haben mal Motivationslöcher, Momente, in denen man das ganze Blutzucker-Gedöns am liebsten vergessen möchte. Wenn du mal in ein solches Loch fällst: Hier gibt’s meine Tipps für deine Motivation bei Diabetes. Mache ich übrigens genauso.

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Titelfoto von Roman Odintsov

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