Alexander Zverev hat Diabetes das machte der Tennis-Superstar heute bekannt

Zverev outet sich mit Diabetes-Erkrankung

Tennis-Superstar Alexander Zverev, Olympiasieger von Tokio 2021 und Sportler des Jahres 2021, hat heute bekannt gegeben, dass er seit seinem vierten Lebensjahr an Diabetes erkrankt ist. Gleichzeitig informierte er darüber, dass er sich mit einer eigenen Stiftung (Alexander Zverev Foundation – Aufschlag gegen Diabetes) dafür engagieren will, Betroffene stark zu machen. Er möchte damit Mut machen und zeigen, dass man es auch mit einer Diabetes-Diagnose ganz nach oben schaffen kann.

Gerüchte gab es schon seit Jahren

Damit ist nun also die Katze aus dem Sack und Zverev hat bestätigt, dass er an Diabetes Typ 1 erkrankt ist. Gerüchte darum gab es schon häufiger, vor allem im Zusammenhang mit dem Doping-Bekenntnis von Maria Sharapova.

Bislang hatte Zverev jedoch bestritten, ein „Sweetie“ zu sein. So wurde er im Jahre 2016 in einer Pressekonferenz beim Tennisturnier in Indian Wells von einem britischen Reporter explizit nach einer Diabetes-Erkrankung gefragt. Damals antwortete Zverev noch: „Alles, was da geschrieben wurde, ist nicht wahr. Alles in dieser News ist absolut erfunden.“ Nachlesen kannst du das ausführlich im Tennis-Magazin.

Warum macht Zverev seinen Diabetes jetzt erst öffentlich?

Alexander Zverev, der aktuell die Nummer 2 im weltweiten Tennis ist, äußerte sich in seiner Mitteilung zu den Gründen. Dabei führte er aus, dass er sich jetzt, mit seinen ganzen Erfolgen im Rücken, sicher und wohl dabei fühle. Vor allem wolle er seine Rolle nutzen, um ein Vorbild für Betroffene zu sein. Diabetes angeben, das wird auch hier deutlich, ist immer noch nicht gerade einfach. Wie du als Betroffener damit umgehen kannst, liest du weiter unten.

Zverev will Vorbeugung unterstützen, besonders bei Kindern

Ganz besonders im Blick hat er dabei die Kinder. Er habe die Hoffnung, dass er ihnen dabei helfen könne, durch ein aktives Leben und Vorbeugung die Krankheit zu vermeiden. Damit spielt er direkt auf die Situation vieler Kinder an, die sich gerade in Zeiten der Corona-Isolationen noch weniger bewegten als früher. Damit erhöhen sie ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken. Bereits jetzt ist die Zahl der an Diabetes Typ 2 erkrankten Kinder so hoch wie noch nie in Deutschland.

Diabetes Typ 1 ist nicht heilbar

Die beiden häufigsten Formen der Diabetes Erkrankung werden als Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 unterschieden. Typ 1 Diabetes betrifft etwa 5% aller Diabetiker in Deutschland. Das sind etwas weniger als 400.000 Betroffene. Er ist gekennzeichnet durch einen absoluten Insulinmangel. Der Körper kann aus verschiedenen Gründen kein eigenes Insulin mehr produzieren. Bislang ist ein Typ 1 Diabetes, wie ihn auch Zverev hat, nicht heilbar. Die Betroffenen müssen ein Leben lang Insulin spritzen und ihren Blutzuckerspiegel eng überwachen.

Diabetes Typ 2 ist heilbar

Anders sieht es bei der anderen Form aus, dem Diabetes Typ 2. Davon sind rund 95% aller Diabetiker betroffen. Insgesamt leiden rund 8,5 Millionen Deutsche an Diabetes Typ 2. Beim Typ 2 Diabetes wird das körpereigene Insulin nicht mehr richtig „erkannt“. Man spricht von einer „Insulinresistenz“. Allerdings ist ein Typ 2 Diabetes in der Regel heilbar.

Zwei Millionen unerkannte Diabetes-Betroffene in Deutschland

Gerade der Typ 2 Diabetes wird häufig viel zu spät erkannt. Man schätzt, dass es alleine in Deutschland rund zwei Millionen nicht erkannte Typ 2 Diabetiker gibt. Denn der Typ 2 ist eine „schleichende“ Erkrankung, die sich nicht in sofortigen Schmerzen oder Beschwerden äußert.

Der stärkste Risikofaktor ist starkes Übergewicht. Oft liegt auch ein sogenanntes „Metabolisches Syndrom“ vor. Symptome eines unerkannten Diabetes sind zum Beispiel starker Durst, häufiges Wasserlassen, Schwindel, häufiges Erbrechen. Solltest du unter einem oder mehreren dieser Symptome leiden, lass dich testen. Das macht dein Hausarzt mit einer entsprechenden Laboranalyse. Wie du in eine erfolgreiche Behandlung startest, kannst du in meinem 4-Säulen-Modell nachlesen.

Neue Sensoren erleichtern die Blutzuckerkontrolle

Es gibt zahlreiche herausragende Menschen, die jeden Tag tolle Leistungen trotz ihrer Diabetes-Diagnose bringen. Viele der Top-Sportlerinnen und Top-Sportler vertrauen dabei den neuesten Sensortechniken. Mehr zu den aktuell am meisten genutzten Sensoren findest du hier in meinem persönlichen Sensor-Vergleichstest.

Alexander Zverev ist ein starkes Vorbild

Das „Outing“ von Zverev als Diabetiker ist ein starkes Zeichen. Er ist natürlich ein Vorbild, auch wenn er sich manchmal ordentlich danebenbenimmt. Aber das macht ihn doch letztlich auch sympathisch und menschlich. Nach meiner Meinung brauchen wir viel mehr Vorbilder, die auch mal die eine oder andere Schwäche zeigen. Niemand ist perfekt und niemand sollte perfekt sein. Aber mit seinen überragenden Erfolgen beweist Zverev tatsächlich, dass auch eine schwere Erkrankung wie Diabetes uns nicht daran hindern kann, große Erfolge zu feiern.

Motivation ist entscheidend

Um zu solch großen Erfolgen zu kommen, ist Motivation sicher der entscheidende Faktor. Das ist bei der Heilung von Diabetes Typ 2 ganz genauso. Denn gerade der Diabetes Typ 2 entsteht über längere Zeit, oft verbunden mit schlechter Ernährung und wenig Bewegung. Das kann jeder selbst ändern. Aber es kommt darauf an, sich richtig gut zu motivieren, um auf dem Heldenweg zu bestehen.

Diabetes angeben ist keine Pflicht (und nicht selbstverständlich)

Was können wir als Diabetikerinnen und Diabetiker aus der Story von Alexander Zverev lernen? Nun, zunächst einmal das es weder für einen Superstar wie Zverev noch für alle anderen einfach ist, mit der Krankheit umzugehen. Wen soll man informieren? Wo sollte man besser nicht angeben, an Diabetes erkrankt zu sein? Darüber gibt es auch in meinen Diabetes-Schulungen (online und offline) immer wieder Diskussionen.

Meine Erfahrung: Bei fremden Menschen lieber vorsichtig sein

Generell ist zu sagen, dass es niemanden etwas angeht, ob ich chronisch krank bin oder nicht. Kein Arbeitgeber hat das Recht, von meinem Diabetes zu erfahren, wenn ich das nicht will. Selbst bei einer arbeitsmedizinischen Einstellungsuntersuchung muss ich das nicht angeben. Und auch bei eher etwas gefährlicheren Berufen wie Dachdecker, Schornsteinfeger oder Zimmermann geht die Gefahr ja nicht von einem Diabetes aus. Sondern es kommt darauf an, wie gut ich gesichert bin, wenn ich auf fremden Dächern herumturne.

Ich habe persönlich keine Probleme damit, mich als Diabetiker zu outen. Sonst würde es diese Seite auch nicht geben. Aber ich bin selbständig und mein eigener Chef. Insofern ist es etwas leichter. Und natürlich weiß mein Team auch, dass ich Diabetes habe.

Die vielen Betroffenen, die ich aus meinen Erfahrungs-Workshops kenne, haben durchaus sehr gemischte Erfahrungen gemacht. Die meisten sind aber zu Recht eher zurückhaltend mit dem, was sie über ihre Erkrankung sagen.

Gute Einstellung, wenig Probleme

Ein wichtiger Faktor ist die Einstellung deines Blutzuckers. Wenn du gut eingestellt bist und zum Beispiel einen Sensor für die dauerhafte Blutzuckermessung am Körper trägst, kannst du selbst mit einer Insulintherapie problemlos jeden Job machen.

Allerdings solltest du dann natürlich deine engsten Kollegen informieren. Denn sonst gibt es jedes Mal merkwürdige Blicke, wenn dein Sensoralarm im Smartphone einen zu hohen oder zu niedrigen Wert meldet. Wenn du mehr über die Sensoren und das richtige Blutzuckermessen erfahren möchtest, kannst du dir hier mein E-Book zum Thema holen. Kostet dich keinen Cent und meinen Newsletter gibt’s noch umsonst dazu.

Anregungen und Kommentare? Freue mich, von dir zu hören. Hier kommst du direkt zum Kontaktformular.

Titelfoto von Von si.robi – Zverev RG21 (23), CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=108523529

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